Trost
Es gibt keinen Trost von Menschen auf dieser Welt. Ich bin eine Säule aus Marmor und bewege mich durch die Zeitzonen. Ich sterbe einem Niemals-zu-bekommenden-Trost hinterher. Meine Augen sind angehäufte Fallobste. Es ist Sommer und Wochenlang fiel kein Regen. Tränen gibt es nicht im Sonnensystem meiner Augen. Tränen sind versickert im Morast des Schicksals und der Trost ist verunglückt an den Bahngeleisen des Lebens. Ich bin nicht traurig darüber. Denn ich weiß nicht, wie es ist, traurig über etwas zu sein, das ich nicht kenne. Meine Mandelaugen starren in die kalte Welt hinein. Ich sehe Menschen, die an meinem Leben vorüberziehen. Es gibt anstrengende Menschen, streitende Menschen, die mich nicht lieben, weil sie mich nicht verstehen. Von ihnen ist kein Trost zu erwarten. Ich bin ihnen nicht böse. Aber es gibt auch wohlwollende Menschen, welche, die mir sehr freundlich zugetan sind. Bei ihnen kuschel ich mich stumm ein und genieße die Helligkeit ihrer Räume und Farben. Ich liebe sie, weil sie einfach da sind. Ich bin ihnen dankbar. Doch den Trost finde ich auch hier nicht. Trost. Trost. Trost.
Augentrost. Trost für die Augen. Farben, die ich auf ein weißes Blatt Papier klatsche. Rot und Schwarz. Das Rot einer zum Himmel schreienden Qual. Das Rot meines Blutes, das geflossen ist aus Adern in diese Welt. Rot wie die Nacht, die brennende Nacht, die lodernde mit beißendem Qualm. Rot wie das Feuer, das alles vernichtende Feuer. Wie mein Herz, das unermüdlich schlägt und Schmerz tief in sich hält. Rot wie die Liebe? Liebe? Muss Liebe immer Rot sein? – Meine Liebe ist weiß wie der Schnee, rein, unbefleckt, kühl und weiß. Wunderschön anzuschauen. Und vor allem zart, so zart. Bei einer Berührung zerschmilzt der Schnee vor Schmerz. Schneetränen fallen. Das ist das Weiß der Liebe. Aber die male ich nicht. Ich nehme Schwarz. Schwarz wie die Angst, die Angst vor der Welt und vor dem Leben. Angst vor Begegnung, die Berührung ist. Schwarz wie die Kälte. Das Schwarz des Vakuums. Ohne Atem. Ohne Wärme. Ohne Trost.
Ohrentrost. Trost für die Ohren ist der Wind, der durch Schilf weht mit seinem übermütigen Enthusiasmus. Wind, der durch die Blätter der Bäume streift, in denen Vögel sitzen, die fröhlich zwitschern. Das ist Trost für meine Ohren. Die Harfenmusik des Regenbogens. Das Klavierspiel der rauschenden Wellen. Das Knacken der Äste im Wald. Das Geraschel auf dem Waldboden, wenn kleine Tierchen hindurchwieseln. Das ist Trost für meine Ohren.
Es gibt keinen Trost von Menschen auf dieser Welt. Ich bin eine Säule aus Marmor und bewege mich durch die Zeitzonen. Ich sterbe einem Niemals-zu-bekommenden-Trost hinterher. Meine Augen sind angehäufte Fallobste. Es ist Sommer und Wochenlang fiel kein Regen. Tränen gibt es nicht im Sonnensystem meiner Augen. Tränen sind versickert im Morast des Schicksals und der Trost ist verunglückt an den Bahngeleisen des Lebens. Ich bin nicht traurig darüber. Denn ich weiß nicht, wie es ist, traurig über etwas zu sein, das ich nicht kenne. Meine Mandelaugen starren in die kalte Welt hinein. Ich sehe Menschen, die an meinem Leben vorüberziehen. Es gibt anstrengende Menschen, streitende Menschen, die mich nicht lieben, weil sie mich nicht verstehen. Von ihnen ist kein Trost zu erwarten. Ich bin ihnen nicht böse. Aber es gibt auch wohlwollende Menschen, welche, die mir sehr freundlich zugetan sind. Bei ihnen kuschel ich mich stumm ein und genieße die Helligkeit ihrer Räume und Farben. Ich liebe sie, weil sie einfach da sind. Ich bin ihnen dankbar. Doch den Trost finde ich auch hier nicht. Trost. Trost. Trost.
Augentrost. Trost für die Augen. Farben, die ich auf ein weißes Blatt Papier klatsche. Rot und Schwarz. Das Rot einer zum Himmel schreienden Qual. Das Rot meines Blutes, das geflossen ist aus Adern in diese Welt. Rot wie die Nacht, die brennende Nacht, die lodernde mit beißendem Qualm. Rot wie das Feuer, das alles vernichtende Feuer. Wie mein Herz, das unermüdlich schlägt und Schmerz tief in sich hält. Rot wie die Liebe? Liebe? Muss Liebe immer Rot sein? – Meine Liebe ist weiß wie der Schnee, rein, unbefleckt, kühl und weiß. Wunderschön anzuschauen. Und vor allem zart, so zart. Bei einer Berührung zerschmilzt der Schnee vor Schmerz. Schneetränen fallen. Das ist das Weiß der Liebe. Aber die male ich nicht. Ich nehme Schwarz. Schwarz wie die Angst, die Angst vor der Welt und vor dem Leben. Angst vor Begegnung, die Berührung ist. Schwarz wie die Kälte. Das Schwarz des Vakuums. Ohne Atem. Ohne Wärme. Ohne Trost.
Ohrentrost. Trost für die Ohren ist der Wind, der durch Schilf weht mit seinem übermütigen Enthusiasmus. Wind, der durch die Blätter der Bäume streift, in denen Vögel sitzen, die fröhlich zwitschern. Das ist Trost für meine Ohren. Die Harfenmusik des Regenbogens. Das Klavierspiel der rauschenden Wellen. Das Knacken der Äste im Wald. Das Geraschel auf dem Waldboden, wenn kleine Tierchen hindurchwieseln. Das ist Trost für meine Ohren.
Mundtrost? Der Mund ist stumm. Es gibt keinen Trost für den Mund. Es gibt keinen Menschen, der die Stummheit erkennt. Es gibt niemanden, der den Trost ausspricht, ihn auslebt um meinetwillen. Um des Mundes Willen. Der Trost ist vor Hunderten von Jahren aus der Kehle gefallen. Er hat sich sozusagen herausgefoltert. Nun ist die Kehle gestorben, verwelkt, verdorrt, verraucht. Die Zähne beißen sich aufeinander, weil sie durchhalten müssen in dieser Welt, in der der Himmel brennt. Stummheit ist nicht zu erkennen. Es liegt leider in ihrer Natur, stumm zu sein. Die Menschen aber sind nicht stumm. Sie sind fröhlich wie die Schildbürger, geschwätzig und tönend. Ich freue mich für sie, die reden können aus ihrer inneren Stimme heraus. Ich aber verschließe das Leinen. Die Weißheit bleibt unerkannt und unerfüllt. Ich weine nicht darüber, denn ich bin der Schnee.
Es gibt keinen Trost, der von einem Menschen ausginge. Ich weiß nicht, wo ich ihn erwarten sollte. Ich weiß nicht, in welche Richtung ich schauen müsste, um ihn zu erblicken, wenn es ihn gäbe. Den Trost.
2005